Pressemitteilung vom 25.06.2026 - Umwelt und Gesellschaft
Archivmeldung:
Bitte beachten Sie, diese Meldung stammt aus dem Pressearchiv ! Der beschriebene Sachverhalt sowie Kontaktdaten und Zeitangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Beratungsstelle HIV/AIDS und sexuell übertragbare Infektionen STI unterstützt Ratsuchende kostenfrei – Jetzt auch online Termine vereinbaren
Hier wird einfach über Sex gesprochen. Unverkrampft offen, kompetent und empathisch unterstützen Dr. Anja Börner und Dr. Jeanette Sinha in der städtischen Beratungsstelle HIV/AIDS und sexuell übertragbare Infektionen (STI) ihre Klienten kostenfrei in Liebesdingen und Gesundheit. Bis zu 15 Ratsuchende aller Generationen finden jede Woche Mittwoch den Weg in die Paulstraße 22. Farbige Fußabdrücke auf dem Boden leiten die Besucherinnen und Besucher in den Raum 0.30 im Erdgeschoss des Rostocker Gesundheitsamtes.
Während die Klienten namentlich anonym bleiben, eröffnen sie den Medizinerinnen privateste Einblicke in ihr Intimleben. „Der geschützte Raum unserer Gespräche sichert gegenseitiges Vertrauen“, erzählt Dr. Anja Börner. Unter ärztlicher Schweigepflicht beantworten die erfahrenen Ärztinnen Fragen zu sexueller Gesundheit, Geschlechtskrankheiten, helfen bei Stigmatisierungen, organisieren Bluttests und besprechen Sexpraktiken hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Gefahren. „Intime Liebe ist so bunt wie das Leben. Wenn die Partner gegenseitig zustimmen und aufeinander aufpassen, ist das Erleben auch eine gesunde Sache“, so Dr. Anja Börner.
Dennoch sind Geschlechtskrankheiten wieder bundesweit stark auf dem Vormarsch. Während HIV seinen lebensbedrohlichen Schrecken dank erfolgreicher Therapien inzwischen etwas verloren hat, schaffen es beispielsweise Chlamydien und Tripper inzwischen auf die vordersten Plätze des Infektionsrankings. „Und dabei sind die Folgen für die Betroffenen mitunter fatal. Die Bakterien können beispielsweise Eileiter verkleben und im schlimmsten Fall einen späteren Kinderwunsch unerfüllbar machen“, erläutert Dr. Jeanette Sinha. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich gemeinsam mit Kondom-Schutz vergnügen, empfehlen die Ärztinnen. Während Swingerclubs inzwischen diesen „Safer Sex“ praktizieren, laden private Sexpartys mitunter zu risikoreichen Nächten. „Dabei sind Kondome sind keineswegs spießig. Liebe machen heißt ja auch, Respekt voreinander zu haben“, wünscht sich Dr. Anja Börner. Als perfektes Beischlaf-Zubehör empfiehlt sie das „Frauen-Kondom“. „Es ist größer und gibt Frauen die Kontrolle über die Infektionsverhütung beim Akt“, so die Urologin. Mehr Mut zum gesunden Selbstschutz und zur verantwortungsvollen Liebe wollen die Medizinerinnen perspektivisch auch mit Info-Ständen und Gesprächen auf Events und Festivals anregen.
Die Beratungsstelle in der Paulstraße 22 bietet derzeit regelmäßig mittwochs von 9 bis 15 Uhr barrierefrei Sprechzeiten an, auch in englischer Sprache. Seit Anfang Mai können Interessenten auch online einen Termin reservieren. Dafür müssen die Klienten lediglich eine E-Mail-Adresse eingeben. Wer lieber telefoniert, kann am Sprechtag das Ärztinnen-Team unter der Rufnummer 0381 381-5313 im Gesundheitsamt erreichen. „Jede Frage und jedes Anliegen ist willkommen“, unterstreicht Dr. Jeanette Sinha. Und dass Freude am gesunden Sex kein Alter kennt, zeigt der Blick in die anonyme Statistik. Der bislang älteste Ratsuchende hatte über 80 Jahre Lebenserfahrung.